| Rubrik: | inside FB02 |
| Autor: | Frauke Schunk |
| Erstellt: | 27.12.2004 |
| Beitrag: | Ein Artikel über das Leben in Schweden und den Austausch über ErasmusGlögg, Santa Lucia, Snus, Prips Blå, blonde und freundliche Menschen, Kiruna, Schnee, Volvo, Marabou-Schokolade, Mittsommer, Dunkelheit, Seen, Elche, Stockholm, Ikea - all das sind typisch schwedische Dinge, die es so nur in Schweden gibt und das Land zu dem machen was es ist.Ein halbes Jahr über das europäische Austauschprogramm nach Schweden, Paris, Exceter, Santander oder Athen ist unvergesslich und jeder Student, der diese Erfahrung mitgemacht hat wird sie für immer in guter Erinnerung behalten. Ich habe für ein halbes Jahr in Karlstad – Mittelschweden – studiert, viele tolle Menschen kennen gelernt, das Land bereist und eine ganze Menge Spaß gehabt, aber auch eine ganze Menge an Erfahrung hinzugewonnen, die ich nicht missen möchte. In dieser Zeit sind mir nicht nur meine Freunde dort sehr ans Herz gewachsen, sondern auch das Land Schweden und die Menschen dort. Was mich ganz besonders erstaunt hat, war die Freundlichkeit der Menschen. In jedem Geschäft, das man betreten hat und in jeden Bus, in den man eingestiegen ist, hat man ein freundliches Hej und zum Abschied ein noch freundlicheres Tack und Hej då zu hören bekommen. Als ich schließlich wieder in Deutschland war, musste ich mich erstmal wieder an die Griesgrämigkeit der Deutschen gewöhnen.Man hört oft von vielen Leuten, dass Schweden doch so teuer ist, die Dunkelheit im Winter depressiv macht und sowieso ist es dort oben im Norden viel zu kalt. Zugegeben, manche Dinge sind wirklich teurer als in Deutschland. Der Alkohol zum Beispiel, aber man kann doch auch ohne Alkohol Spaß haben;-) oder man lädt einfach ganz viele Freunde aus Deutschland ein, die einen dann versorgen. Dafür ist jedoch das Reisen sehr billig, so dass sich das wieder ausgleicht. Ja, und dunkel war es im Winter auch, aber wenn man dort als Erasmus-Student ist, dann ist all das noch so aufregend und neu, dass man sich gar nicht verkriechen kann und will. Außerdem ist dafür der Sommer umso heller – ein weiterer Ausgleich. Natürlich ist es im Winter auch sehr, sehr kalt, aber mal ehrlich, was ist besser: die nasse, ungemütliche Kälte in Deutschland oder die zwar etwas eisigere, aber dafür trockene Kälte in Schweden. Ich habe dort jedenfalls nie so gefroren wie ich es hier in Deutschland tue. Die Weihnachtszeit in Schweden war unvergesslich. Überall schöner Schmuck, leckerer Glögg und die heilige Santa Lucia, ein alter Brauch der Schweden, bei dem die Schweden von der Lussibrud , die eine Kerzenkrone, ein langes weißes Kleid und einen roten Gürtel trägt, geweckt werden. Auch das Weihnachtsfest an sich wird etwas anders gefeiert als man es in Deutschland gewohnt ist: Beim skandinavischen Julfest geht die Familie Heiligabend erst eine Runde in der Sauna schwitzen, bevor man um den Weihnachtsbaum tanzt. Im Haus werden die Fenster geöffnet, denn es könnte sein, dass Nachbarn ein Geschenkpäckchen hineinwerfen. Aber nicht nur Weihnachten ist in Schweden ein besonderes Fest, auch der Mittsommer wird ausgiebig gefeiert – die Schweden tun so, als wären sie ein Frosch, singen und tanzen um einen Baum herum. So etwas gibt es eben nur in Schweden. Betreut wurden wir in der Zeit von unserer Erasmus-Koordinatorin, die sich wirklich toll um uns gekümmert hat. Es wurden Partys, ein Kennenlern-Wochenende in der schwedischen Wildnis, Dinners und vieles mehr für uns organisiert. Die Universitäten in Schweden sind mit unseren nicht zu vergleichen. Man wird in kleinen Gruppen unterrichtet, die Bibliotheken enthalten Bücher, von denen wir nur träumen können und wenn dann doch mal ein Buch nicht da sein sollte, wird es eben schnell bei der Stockholmer Universität bestellt. Es gibt immer einen freien Computer und die Unis sind so schön, dass man sich dort einfach gerne aufhält und viele Studenten den ganzen Tag dort verbringen. Ich würde jede Möglichkeit ergreifen wieder nach Schweden zurückzugehen und auch nach einem Jahr habe ich immer noch Kontakt zu den vielen tollen Freunden, die dort gewonnen habe, so dass es sogar regelmäßige Schweden-Revival-Treffen gibt. Wenn sich also für euch die Gelegenheit ergeben würde ins Ausland zu gehen, dann macht es, denn es macht euch um so viel reicher. |