Der Gießener Wirtschafts-Student Matthias Ebert studiert im Wintersemester 2002/03 an der University of Exeter (auf Gebührenbasis). Er stellt interessierten Kommilitonen freundlicherweise diese Erfahrungen über sein Auslandssemester zur Verfügung:
a) Kosten der Lebenshaltung, des Wohnens und ähnliches
Kosten des Wohnens sind für mir 54 Pfund pro Woche wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Lebe in einer self-catering accommodation auf dem Campus. Die täglichen Lebenshaltungskosten für Essen und Ausgehen, Kino usw. sind ca. 1½mal so teuer wie in Deutschland (verglichen mit Raum Frankfurt/M.). Betrag in Pfund kann ich noch nicht angeben, da mir jeglicher Überblick über meine Finanzen fehlt.
b) Qualität und Lage der Unterbringung
Lebe in Lafrowda Flats, das ist eine self-catering accommodation auf dem Campus. Für Studenten der Fachbereiche Wirtschaft und Recht nahezu perfekt gelegen, da es nur ca. 5 Minuten bis zu beiden Fachbereichen zu Fuss sind. Habe eine Unterkunft mit Ausstattungsvariante "enhanced". Würde dies der "standard" Variante auf jeden Fall wieder vorziehen, da der zusätzliche Wohnkomfort für den im Vergleich geringen Preisaufschlag enorm ist. Die Innenstadt ist zu Fuss ca. 10-15 Minuten entfernt. Wir sind auf unserem Flur zehn Leute, haben 6 Duschen und 2 Toiletten, einen Trockenraum, einen Fernsehrraum mit Video und eine Küche und Esszimmer. Die Küche ist großräumig und modern, d.h. Mikrowelle, Gefriertruhe, 2 Kühlschränke, 2 Gasherde mit 4 Kochstellen und eine Spüle. Zusätzlich haben wir noch eine Putzfrau die einmal die Woche die sanitären Einrichtungen, Küche und Zimmer putzt (Zimmer wenn gewünscht). Die Zimmer sind ca. 11-13 qm groß und modern eingerichtet, großer langer Schreibtisch, viele Regale, eigenes W
c) Betreuung durch die Hochschule / den Erasmus-Koordinator und/oder andere Institutionen
Betreuung durch die Uni ist sehr gut. Die Koordinatorin Frau Mayes ist eine sehr nette Dame mittleren Alters und jederzeit ansprechbar und behilflich. Man wird hier quasi als Kunde behandelt, da man ja auch bezahlt. also sehr guter Service.
d) Freizeitangebot / Flair der Stadt
Das Freizeitangebot von der Uni, d.h. den zahlreichen Sport- und Freizeitsocieties ist enorm. Zu Begin des Semesters stellen sich alle societies auf einer Messe in der Great Hall vor, da ist für jeden etwas dabei. Die Stadt hat ca. 100000 Einwohner, hat ein sehr romantisches Flair und hat eine schöne Fußgängerzone.
e) Qualität der belegten Kurse bzw. Qualität und Art der Lehre
Ich habe in Deutschland mein Vordiplom abgeschlossen gehabt, bevor ich hierher gegangen bin. Belege hier 3-jahres Kurse. Die ersten 4 Wochen waren in den Kursen Wiederholung von Deutschland, aber jetzt fängt es an darüber hinaus zu gehen. Die Tutorials sind in Gruppen von 5-10 Studenten und Professor, also viel persönlicher als in Deutschland. Nachteil ist die Anwesenheitspflicht und die Hausaufgaben, die in den meisten Fächern anfallen und teilweise eingesammelt und benotet werden. Eben eine andere Art zu studieren. Die Lehrkräfte sind didaktisch gut ausgebildet und haben hier ein reichhaltiges Angebot an neuen Medien, welches sie auch nutzen. Professoren sind ansprechbar und hilfsbereit, was sicherlich auch an den günstigen Studenten/Lehrkräfte Verhältnis liegt. Habe nur eine Vorlesung wo mehr als 20 Leute im Raum sitzen.
f) Lehrangebot für Sprachkurse der Sprache des Gastlandes (Crash-Kurse, Intensivkurse, etc.: Umfang und Qualität)
Sprachkurse werden hier auch angeboten vom English Language Center auf dem Campus. Belege eine Grammar Workshop. Die Qualität ist aber nicht besonders. 1 Stunde wöchentlich. Nicht empfehlenswert.
g) Umfang der notwendigen Kenntnisse der Sprache des > Gastlandes zum "Überleben" der ersten Wochen
Ich glaube die Schulkenntnisse in Englisch reichen aus, um die ersten Wochen zu überleben, da hier ein "Freshers-Service" existiert, d.h. in der ersten Woche laufen hier massenhaft Studenten in gelben T-Shirts rum, die sozusagen Ansprechpartner für Neulinge sind. Die sind sehr hilfsbereit und meistens sehr gut informiert. Gibt wohl in der ersten Woche irgend jemand, der die Leute in den gelben T-Shirts koordiniert. Die sind überall mit Infos, sprechen einen sogar an, wenn man verloren in der Gegend rumsteht. Die Scherze von den Leuten vom Postoffice über einen kriegt man in den ersten Tagen leider nicht mit, aber machen sich noch die ganze Zeit über einen lustig, wenn man keine Post bekommt, daher nicht so schlimm.
(Dieser Bericht wurde vom Lehrstuhl für VWL -Prof. Göcke- lediglich redaktionell überarbeitet. Inhaltliche Änderungen wurden nicht vorgenommen.)
Professur für VWL - Transformations- und Integrationsökonomik
Prof. Dr. Matthias Göcke