
Das „Cranfield Network on International Strategic Human Resource Management“ (kurz: Cranet) wurde 1990 von fünf europäischen Personalmanagement-Arbeitsgruppen ins Leben gerufen mit dem Ziel, Unternehmenspraktiken aus dem Gebiet des Personalmanagements auf internationaler Ebene zu vergleichen.
Heute umfasst der Forschungsverbund 39 Universitäten weltweit, die im Rahmen des Cranet in ihrem jeweiligen Land bei Organisationen Befragungen durchführen.
Im Rahmen dieses Projektes sollen grundsätzliche Trends in der Struktur und Politik des Personalwesens, der Personalbeschaffung, des Personalmanagements, der Vergütung und der Arbeitsbeziehungen analysiert werden, sowie unternehmensspezifische, sektorale und landesspezifische Unterschiede eingehender betrachtet werden.

Cranet ist in seiner Konzeption und seinem Ausmaß einzigartig und füllt eine wesentliche Lücke in der Personalmanagementforschung.
Das empirische Design
Die Daten werden beim Cranet anhand schriftlicher Befragungen erhoben. Seit 1990 werden standardisierte Fragebögen an privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Organisationen versandt. Adressat ist der jeweils oberste Personalverantwortliche.
Der Fragebogen ist bis auf wenige länderspezifische Veränderungen für alle teilnehmenden Länder identisch. Er wurde in die jeweilige Landessprache übersetzt und ggf. an die landesspezifischen Rahmenbedingungen angepasst.
Über die Erhebungsjahre hinweg wurden die Kernelemente des Fragebogens beibehalten, um so Trends über einen längeren Zeitrahmen nachzeichnen zu können. Die vorangegangenen Erhebungen fanden 1995, 2000 und 2005 statt. Die neue Erhebung in 2009/2010 wurde gerade abgeschlossen. Bei der letzten Erhebung 2004/2005 wurden weltweit 44.701 Fragebögen versandt. Der Rücklauf lag bei 7.240 Bögen, was einer durchschnittlichen Rücklaufquote von 16,2% entspricht. Sowohl der Ergebnisbericht für Deutschland als auch der internationale Ergebnisbericht des Cranet und der weltweiten Erhebung für 2009/2010 liegen inzwischen vor.